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Individuelle Hindernisse Grundsätzlich meldet sich eine von Illettrismus betroffene Person nur im Anschluss an ein Schlüsselereignis bei einem Kurs an: zum Beispiel bei Problemen bei an der Arbeit, anlässlich der Einschulung der eigenen Kinder, wenn das Illettrismusproblem eine andere Ausbildung direkt behindert usw.
Die Erfahrung zeigt, dass es ohne ein starkes auslösendes Ereignis wenig wahrscheinlich ist, dass es einer von Illettrismus betroffenen Person gelingt, die objektiven und subjektiven Hürden zu überwinden, welche einer Kursanmeldung bei „Lesen und Schreiben“ im Weg stehen.
Solche Hürden können sein:
- Die Unkenntnis der Existenz von Kursen und falsche Vorstellungen über deren Umfang, Länge und Kosten.
- Überschätzung der eigenen Fähigkeiten (laut den durchgeführten Erhebungen ein verbreiteter Grund)
- Unterschätzung der negativen Folgen des Illettrismusproblems
- Scham- oder Schuldgefühle, sowie das Gefühl, die einzige Person mit diesem Problem zu sein
- Schlechte Erinnerungen an die Schule, fehlende Lernerfahrung, Angst vor Versagen, fehlendes Selbstvertrauen
- Schwierigkeiten, die notwendige Zeit und Energie aufzubringen
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Die kollektiven Hürden
Die Unkenntnis, welche das Thema umgibt, erschwert die Beseitigung von Tabus.
Die Öffentlichkeit ist sich des Ausmasses des Problems kaum bewusst. Die Pisa-Studie hat sicherlich dazu beigetragen, die Unzulänglichkeiten bestimmter Schülergruppen aufzudecken, sie hat aber nicht zu einer öffentlichen Diskussion des Problems des Illettrismus bei Erwachsenen geführt.
Das schwache Engagement von Drittpersonen.
Es ist selten, dass eine von Illettrismus betroffene Person sich ohne jegliche Unterstützung dazu entschliesst, sich bei einem Kurs einzuschreiben. In der Mehrzahl der Fälle ist es die Intervention einer dritten Instanz, wie z.B. der Sozialdienste, welche der Person dabei hilft, sich für die Teilnahme an einem Kurs zu entscheiden. Jedoch sind sich Dritte wie das Umfeld in der obligatorischen Schule, in der Unternehmung, in der Familie, in der Armee und in der medizinischen Versorgung, welche regelmässig von Illettrismus betroffene Personen antreffen, nicht ausreichend des Problems bewusst und übersehen die Lösungen, welche angeboten werden können.
Neue Wege Die Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit und der Politik sowie die Stärkung der Initiative Dritter sind zwei neue Wege, welche es ohne Verzögerung zu beschreiten gilt, damit die bestehenden Tabus abgebaut und umfassendere Massnahmen in der Schweiz ins Auge gefasst werden können.
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